07.10.2007, Sonntag
Gestern sind wir nach 13 1/2 Stunden in Triest angekommen. So
schnell hier anzukommen hatten wir uns nicht erhofft, sind es doch
immerhin 1.300 km. Aber die Straßen waren angenehm leer und die
Nacht über konnte der Tempomat meistens auf 130 km/h gehalten.
werden. Aber der Aufbruch um 1 Uhr nachts forderte auch seinen Tribut
in ein paar Müdigkeitsphasen während der Fahrt.
Die
kleine Pension "Deco"
im 4. Stock der Scala Belvedere 4
Am
Abend machten wir uns einen ersten Eindruck von der Stadt, der sehr
windig bis stürmisch war, schlimmer noch als in HH. Das
Abendessen nahmen wir in einer Touristenfalle ein. Ich wollte „guten
Freund“ einladen, es war sein Geburtstag. Und so wurde ich für
ein mittelmäßiges Essen ganze 72 Euro los.
Die Nacht
dann war gar nicht gut. Ich bekam starke Kopfschmerzen & auch
Übelkeit. Doch ich wusste nicht, ob es eine Migräne oder
die Auswirkung von etwas stärkerem Alkoholgenuss bei Abendessen
war. Ich fühlte mich sehr schlecht & so schlapp, dass ich am
Morgen nicht aufstehen konnte. „Guter Freund“ ging daraufhin
alleine los und wir vereinbarten, dass er mich gegen Mittag abholte.
Ich schlief sofort wieder ein.
Schließlich schauten wir uns
noch die Stadt etwas mehr an, aber für mich war es zeitweise
eine arge Quälerei. Der Himmel war blau, aber durch den
ständigen Wind kam nicht genug Wärme auf, um ohne Jacke
gehen zu können. Ich habe erste Fotos gemacht.
08.10.2007, Montag
Die zweite Nacht war wesentlich besser, aber ich bin noch immer
nicht fit. Die Kopfschmerzen drücken stark in der Stirn und auf
das linke Auge, zudem kommen Schmerzen im Nackenbereich & eine
bleierne Schwere in den Knochen. Trotzdem stand ich um kurz nach
sieben auf & ging mit zum Frühstück, das italienisch
karg ist: Toast, Butter, Marmelade. Immerhin konnte ich Beutel-Tee
bekommen.
Danach ging es wieder in die Stadt und wir gingen einen
kleinen Rundgang nach, den „guter Freund“ in einem Reiseführer
gefunden hat.Doch
der Wind nervt. Man findet einfach keine Stelle, an der man mal
geschützt etwas in der Sonne verweilen kann. Gerne würde
ich mich irgendwo mal im Freien hinsetzen, lesen, schreiben &
genießen. Doch das ist hier bisher nicht möglich &
dadurch bleibt mir die Stadt noch fern.
Die Mittagszeit & auch
den frühen Nachmittag verbrachte ich in der Pension. Er ging mir
noch immer nicht richtig gut. Doch nach zwei Paracetamol & etwas
Schlaf ging es aufwärts. „Guter Freund“ war währenddessen
wieder allein in der Stadt unterwegs. u.a. das macht das Reisen mit
ihm so angenehm.
Gegen vier gingen wir noch mal los, dies mal eine
hübsche Fußgängerzone (Viale XX Settembre) bis zu
einem kleinen Waldgebiet (Orto Botanico) hoch und in einem größeren
Bogen wieder zurück.
Zu Abend haben wir in der kleinen
Osteria „Can & Gato“ sehr gut gegessen. Der Raum ist
lediglich ein größeres Wohnzimmer mit 9 oder 10 Tischen.
die Wände sind übervoll geschmückt mit Katzen- und
Hundebildern. Daher wohl auch der Name. Anschließend machten
wir noch einen Verdauungsspaziergang.
09.10.2007, Dienstag
Endlich
ohne Kopfschmerzen aufgewacht. So lässt sich das alles gleich
viel mehr genießen. Und um meine Genesung zu demonstrieren,
sind wir zu Fuß bis zum "Castello
di Miramare" marschiert. Obgleich die Entfernung nicht die
von unseren Pensionswirt genannten 3 km betrug, sondern mindestens 8
sein dürften, denn letztendlich waren wir mit 2 Pausen fast zwei
Stunden unterwegs.
Aber es hat sich gelohnt, sowohl für das
Schloss als auch für die Parkanlage, die uns ein paar Stunden
Ruhe & Langsamkeit gab. Bauherr war Maximillian
von Österreich, der später zum König von Mexiko
ernannt wurde & dort noch vor Bauabschluss hingerichtet wurde. In
den 30er Jahren des 20. Jhdts. lebte ein italienischer Adliger aus
der Familie der d'Aosta
dort, der später Statthalter in Äthiopien wurde. Doch das
muss daheim noch weiter recherchiert werden.
Für den Rückweg
haben wir zum Glück den passenden Bus gefunden & waren
schnell wieder in der Stadt zurück. Wenn auch eine Haltestelle
zu weit, weil eine ältere Dame uns am Ausgang nicht durch ließ
& der Busfahrer voreilig die Türen schloss & abfuhr. Ein
„scusi“ wurde von allen Beteiligten geflissentlich überhört.
Nach
einer Rast in unserem Zimmer machten wir uns erneut auf. Wir gingen
zur Post, doch ich hatte keine Lust, nur um Briefmarken zu kaufen
eine Wartenummer zu ziehen. Danach suchten wir das Café San
Marco, dass als typisches Café der Wienerzeit gilt und fanden
es diesmal auch. Aber wir waren beide nicht begeistert davon.
10.10.2007, Mittwoch
Von der Piazza Oberdan aus fährt eine Bahn in die Hochebene
des Karst. Eigentlich! Denn die Tram, die eine Mischung aus
Zahnradbahn & normaler Bahn ist, ist momentan defekt & es
gibt einen Busersatzverkehr der Linie 2. Die Nutzung der öffentlichen
Verkehrsmittel ist noch immer sehr günstig: 1 € pro Person.So
brachte uns also ein Bus über Cologna nach Opicina. Hier ist die
Grenze nach Slowenien bereits so nah, das die meisten Schilder
zweisprachig sind: Opicina
= Opčine.
Im Ortszentrum wussten wir erstmal nicht weiter. Dann
kauften wir eine Wanderkarte dieses Gegend und entdeckten einen Weg
zu der nicht weit entfernten "Grotta
Gigante" (= „Velika pecina“), der größten
zugänglichen Tropfsteinhöhle der Welt. Fast eine Stunde
dauerte die Besichtigungstour mit Führung, die uns über 500
Stufen mehr als 100 m in die Tiefe brachte & dabei eine Höhle
präsentierte mit 600.000 ccm Fassungsvermögen &
gigantischen Stalaktiten & Stalakniten. Wenn man bedenkt, dass
solch eine Säule für 1 mm ca. 20 Jahre braucht, dann wird
deutlich, wie lange diese Höhle bereits existieren muss, um
meterhohe Gebilde aufzutürmen. Durch die große Fallhöhe
der Tropfen sind diese Gebilde nicht klassisch spitz zulaufend,
sondern haben vielmehr die Form von übereinander gestapelten
Tellern oder riesigen Palmen, die ihre Blätter verloren haben.
Dadurch, dass die Tropfen bis zu 100 m zurücklegen, es sie
auftreffen, zerstieben sie dabei so so sehr, dass sich der aus den
oberen Erdschichten mitgeführte Kalk über eine größere
Fläche verteilt. Die Entstehungsgeschichte der Grotte habe ich
leider nicht verstanden ...
Nach einem kurzen, aber sehr
enttäuschenden Snack (dürftig belegtes, trockenes Brötchen)
im Anschluss an die Führung, nahmen wir wieder den Wanderweg Nr.
26 & vom Ort aus den Bus nach Triest. Dieser Ausflug reichte fürs
erste & wir gingen direkt in unsere Pension, um etwas zu
ruhen.
Der Abendspaziergang führte uns erneut in die
Altstadt, in der uns immer wieder mit schnellem Schritt die Leute
entgegen kamen & überholten. Sie scheinen alle von dem
beständigen Wind getrieben zu sein, als wollten sie bloß
möglichst schnell von A nach B gelangen. Es gibt kein
Schlendern, kein Verweilen, höchstens mal ein kurzer Halt in
einer Bar, um einen Espresso zu trinken & ein paar Worte zu
wechseln. Welch ein Unterschied zu dem eher behäbigen Süden.
11.10.2007, Donnerstag
Statt eines Besuchs in der Bibliothek mit angeblich 420.000
Bänden, landeten wir im naturwissenschaftlichen Museum. Was aber
nicht uninteressant war, insbesondere ganz phantastische
Meeresmuscheln mit Musterungen und Verzierungen, bei denen wir uns
fragten: „Wie und warum machen die das so?“ Ich mir ein paar
lateinische Bezeichnungen notiert, über die ich mal im Internet
recherchieren will (schaut Euch die Links mal an):
"Phalium
areola"
"Cypraeacassis
rufa"
"Harpa
ventricosa"
"Amoria
undulata"
"Conidae“
Danach
saßen wir zum zweitemal im „Café Tommaseo“ benannt
nach dem Schriftsteller Niccolo
Tommaseo der eigentlich nichts mit Triest zu tun hatte. Na ja,
ich glaube so etwas kann man in jeder Stadt finden.
Zu Mittag
besorgten wir uns ein paar Sachen im Supermarkt: Weintrauben,
Brie-Käse, Salami, Brot & verspeisten es auf unserem Zimmer.
Danach wurde wieder für zwei Stunden geruht. Nach der Pause ging
es in das nächste Café und anschließend in eine
Ausstellung im Meeresmuseum. Im Erdgeschoss gab es diverse Modelle &
Zeichnungen eines Schiffdesigners zu sehen, das war nicht so
interessant. Im ersten & zweiten Stock aber gab es einiges zum
Thema Fischereigeschichte und Entwicklung der Stadt Triest. Das war
schon eher mein Fall. Sehr interessant zu sehen, wie die Stadt
zwischen 1670 und 1740 um mindestens das doppelte anwuchs. Legten die
Österreicher soviel wert auf den Ausbau, weil sie endlich einen
Zugang zum Meer hatten? War Triest ihre einzige Hafenstadt? Standen
sie somit in Konkurrenz zu Venedig & Genua?
Wie gingen dann
nochmals in das bekannte & gute Restaurant (bzw. Osteria) „Can
& Gato“. Den Rest des Abends verbrachten wir in der Pension.
Morgen ist unser letzter Tag in Triest.
12.10.2007, Freitag
Unser erster Besuch heute galt dem Museum für moderne Kunst.
Leider wird das Gebäude gerade teilsaniert, so dass nur der 4.
bis 6. Stock zur Besichtigung offen stand. Aber was dort ausgestellt
wurde, fand durchaus mein Interesse:
Carlo
Sbisa "Il Paombaro"
Vittorio Bolaffio „Lo
Scultore Ruggero Rovan“
Lionello
Balestrieri "Beethoven"
Jean Jules Henri Geoffroy
„Gli Affamati“
Guido Grimani „Primi Albori“
Pietro
Fragiacomo „La Campana della sera“
Urbano Nomo „Belisario“
Mit der (ab)bildenden Kunst ist es wie mit der Literatur & der
Musik: ein weites Feld, das in einem Leben nicht beackert werden
kann. Wobei ich einen kurzen Ausflug zu Günter Grass machen
möchte: ich lese noch immer seine Biografie und bin nach wie vor
begeistert. Vielleicht auch etwas neidisch auf diese interessante &
abwechslungsreiche Lebensgeschichte. Doch es ist wie es ist &
eigentlich versuche ich immer das Beste daraus zu machen.
Die
Mittagszeit verbrachten wir auf einem Ponton des „Café
Rossini“. Die Sonne schien & der Wind hat deutlich
nachgelassen, so dass wir ohne Jacke & kurzärmlig sitzen
konnten. Auf den Plätzen wurden immer mehr kleine Verkaufsstände
in Zelten bezogen, denn dieses Wochenende gibt es eine große
Segelveranstaltung.
Nach einer Pause in unserem Zimmer, die „guter
Freund“ schlafend, ich größtenteils lesend verbrachte,
ging es wieder in die Altstadt. Gestern Abend hatte ich in einem
Schaufenster eine hübsche Jacke gesehen, die ich mir nun nochmal
genauer anschauen wollte. Doch egal wie viele Einkaufsstraßen
wir in diesem rechtwinkelig angelegten Viertel (benannt nach der
Bauherrin Maria Theresia) auch auf- und abgingen, der Laden blieb
unsichtbar. Das war für mich unverständlich & Frust kam
hoch. Als Ausgleich wollte ich in einem anderen Geschäft nach
Pullovern schauen, aber die hatten Größe S nicht im
Angebot.
Dann war es Zeit für einen weiteren Café-Besuch.
Zur Abwechslung bestellte ich mir eine heiße Schokolade &
das war mal wieder Genuss pur. Doch die Jacke gab mir keine Ruhe. Ich
wollte noch nicht aufgeben. Also startete ich einen nächsten
Versuch, während „guter Freund“ in dem Café sitzen
blieb. Es gab mir eine halbe Stunde, während der ich so viele
Straßen wie möglich durchmaß – ohne Erfolg. Aber
im Zuge dieser Suche entdeckte ich einen hübschen, halblangen
Wollmantel mit gefütterter Weste. Der wurde gemeinsam mit „guter
Freund“ betrachtet, anprobiert, für gut befunden & somit
gekauft. Schräg gegenüber wurde in einem kleinen Laden ein
modernes, dunkelblaues Hemd erstanden & komplettiert wurde der
Einkauf durch eine modische Nadelstreifenhose. Ich war zufrieden und
um einiges ärmer.
Zu Abend aßen wir in einer zentral
gelegenen Pizzeria. Das Wetter war noch so angenehm, zumal der Wind
fast vollständig abgeflaut war, dass wir an einem Tisch draußen
sitzen konnten. Und an den Tischen die in meiner Blickrichtung
standen, wurden mir wunderbare Geschichten geboten:
Direkt neben
uns saß ein älterer, sehr dicker Mann mit Glatze &
wieselflinken Augen, die mich des öfteren musterten. An seinem
Tisch eine typisch italienische Schönheit, schlank & um
einiges jünger als er. Ich hörte heraus, dass sie sich auf
Englisch unterhielten & es ihr zufiel mit dem Kellner zu
sprechen. Auf dem Tisch lag eine Rose & ihr Mobiltelefon, zu dem
sie ab & zu mal griff, auch um eine SMS zu schreiben. Das eine
oder andere mal drehte sie sich um & so konnte ich auch einen
Blick von ihr erhaschen. Sie speisten ausgiebig, der Vorspeise folgte
Languste mit Pasta, danach eine Käseplatte & noch ein
Dessert. Bei dem Öffnen der Langustenschere bat sie den Kellner
um Hilfe, hatte sie doch Sorge sich mit dem Fett zu bespritzen,
rutschte etwas vom Tisch ab. Der Kellner bewerkstelligte alles mit
den entsprechenden Werkzeugen & sie kam an das Fleisch. Ihr
Nachbar beobachtete alles, hatte vorher schon selber den Kampf
erfolgreich beendet. Das Gespräch zwischen den beiden erlahmte
etwas, er versuchte es mit Scherzen anzufachen. Auch der Kellner
wurde involviert & ich hörte das Wort „CNN“ doch
erschloss sich mir der Zusammenhang nicht. Er schien sich auch nach
ihrem Familienstand zu erkundigen, doch als er einmal seine Hand auf
ihre legte, schien es ihr unangenehm zu werden. Kurze Zeit später
rüstete sie sich zum Aufbruch, beschrieb ihm wie er zu einem
Taxi kommen kann & entschwand. Er blieb noch einige Zeit sitzen,
bevor er sich – aufgrund des Körperumfangs – mühsam
erhob. Hatte ich ihn anfangs als Amerikaner eingeordnet, so schwankte
dies, als ich an dem Revers seines Jacketts eine Anstecknadel mit der
Flagge von Slowenien entdeckte.
Noch während ich dies
ungleiche, kleine Gesellschaft beobachtete, betrat ein deutsches Paar
die Bühne. Sie hatte ein ansprechendes Gesicht, jedoch eine
unvorteilhafte Frisur, die aussah als wäre ihre Dauerwelle
erneuerungsbedürftig. Er hingegen war ein gestriegelter,
aalglatter Yuppie-Typ mit einem Popperhaarschnitt. Auch schien er
mindestens zehn Jahre älter als sie. Sie versuchten er im
Inneren des Restaurants einen Platz zu bekommen, kamen dann aber
wieder raus & setzten sich zwei Tische schräg hinter uns,
sie in meiner Richtung positioniert. und wie die beiden sich so
unterhalten oder vielleicht sie ihm auch nur zuhört, schweift
ihr Blick manchmal verhuscht schnell zu mir rüber, um sogleich
wieder ihm die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. So ist der
Blick nie von Dauer, nie lang genug, um ihn mit einem Lächeln zu
quittieren.
Als nächstes setzte sich ein junges Paar an einen
Tisch in meiner Nähe. Beide schienen sie kaum älter als 18
oder 20 Jahre zu sein. Sie war ein sehr dunkler Typ, fast noch
südländischer als Italien, mit schwarzen, langen Locken &
dunkel geschminkten Augen. Irritierend an ihrem hübschen Gesicht
war ein herber Zug um ihren Mund herum, der die Mundwinkel nach unten
verlaufen ließ – viel zu früh, um schon Verbitterung zu
zeigen. Beiden waren sie nervös, als wäre es ihr erstes
Treffen. Sie knabberte an der Unterlippe & nahm dabei auch schon
mal die Finger zur Hilfe, er strich sich wiederholt die scheinbar
feuchten Handflächen an der Jeans ab. Beim Essen waren beide
darauf bedacht, keine peinliche Situation zuzulassen & dennoch
passierte ihr es, dass ein Käsefaden von der Pizza unbemerkt von
ihren vollen Lippen herabhing. Doch mit dem folgenden Bissen war die
Situation auch schon gerettet.
An einen weiteren Nachbartisch von
uns setzte sich ein Jüngling mit einer attraktiven blonden Frau.
Hier schien sie um einiges älter zu sein, doch war mir ihr
Verhältnis nicht klar. Auf dem ersten Blick hätte ich mich
fast für Mutter & Sohn entschieden, aber das wäre ihr
gegenüber ungerecht gewesen, denn sie mag Ende 20 oder Anfang 30
gewesen sein, während ich ihn auf höchstens 18 schätzte.
Mittlerweile war jedoch meine Auffassungsgabe erschöpft, da es
auch noch einem Gespräch mit „guter Freund“ zu folgen galt,
so dass dieser Tisch nur beiläufig beobachtet werden konnte.
Wie
auch die zwei gut situierten Paare mit einem Kinderwagen, die dem
dicken Mann am Tisch nebenan folgten. Die Frauen waren eindeutig
nachträglich blondiert, während die Männer den
Eindruck machten, als wären sie es, die das Geld von dem durch
die Frauen zur Schau gestellten Luxus verdienen müssen. Da ist
es wohl erlaubt, dass die Betreuung des Kinderwagens den Frauen
zugeteilt wird. Nur eine von den beiden schenkte mir einen kurzen
Blick.
Fast schon Schade war es, dass wir uns kurz danach auf den
Rückweg in unsere Pension machten. Gerne wäre ich noch
sitzengeblieben & hätte all diese Menschen weiter
beobachtet. Aber die Rechnung war bereits beglichen & die Gläser
leer. So gingen wir auf direktem Weg heim, ich kochte mir noch einen
großen Becher Tee & packte die Reisetasche für die
morgige Abreise.
13.10.2007, Samstag
Den Großteil des gestrigen Eintrags habe ich am Tisch
unseres Ferienhauses in Costa/Friaul geschrieben.
Heute Morgen
sind wir aus Triest abgereist. Auf dem Weg hierher haben wir das
Schloss Duino besucht & ich habe gelernt, das hier im Winter 1912
Rainer
Maria Rilke einen Teilen der „Duineser Elegien“ verfasst hat.
Er war Gast der Fürstin Marie von Thurn und Taxis. Das Schloss
befindet sich noch immer in diesem Familienbesitz & wird momentan
bewohnt von „Il Principe Charles della Torre e Tasso“, dem
Urenkel von Marie. Das Schloss und ein Teil des Parks sind für
Besucher gegen Eintritt zugänglich. Aber eine Busladung von
Touristen nach der anderen trübten die Besichtigung. So haben
ich mir im Souvenirladen ein Buch über Duino & Rilke
gekauft, um alles in Ruhe nachlesen zu können.
Und ruhe haben
wir wahrlich hier in den Bergen nordöstlich von Cividale &
nicht weit von der Grenze nach Slowenien entfernt. Die einzige Straße
endet im nächsten Dorf, somit gibt es eigentlich kaum
Durchgangsverkehr, zumal mit „Dorf“ hier eine Ansammlung von ein
paar Häusern gemeint ist.
Unser Ferienhaus ist sehr gemütlich
& gepflegt. Wir haben uns vom ersten Moment an wohl gefühlt,
ein Ofen bringt wohlige Wärme & das Abendessen in
Kombination mit dem Wein lässt die Augenlider schwer werden.
Oben in den Schlafräumen wird es dagegen recht kühl werden,
denn das Außenthermometer zeigt nur noch 12°C an. Ja, es
wird kühl in den Bergen. Morgen steht wohl die erste Wanderung
an.
14.10.2007, Sonntag
Die Nacht war kalt. Sehr kalt. Ich habe gefroren & schlecht
geschlafen. Trotz zweier Wolldecken (Roßhaar?) wurde mir
einfach nicht warm. Für die kommende Nacht muss ich mir noch
etwas anderen einfallen lassen. Zudem plagten mich noch gruselige
Träume. Alles in allem also keine sehr erholsame Nacht.Ganz
anders dafür der heutige Tag: Sonne & viel Ruhe. Statt der
angedachten ersten Wanderung blieben wir im Haus. Die Sonne verwöhnte
und bei einem strahlend blauen Himmel & ich las in ihrer Wärme
in einem Zug „Gut bei Nordwind“ von Daniel Glattauer.
Ein
wunderbares Buch über eine Liebesgeschichte, die nur per E-Mail
stattfindet. Ich kenne es ja selber, wie interessant ein Mensch sein
kann, den man nur virtuell kennen lernt & besser niemals
persönlich trifft. Denn es baut sich dabei ein Bild des anderen
auf, das manchmal positiver ist als die Realität. Und wie oft
lässt man sich beim Umgang mit einem Menschen durch
Äußerlichkeiten beeinflussen.
Die Sonne ist nun bereits
hinter dem Berg verschwunden. Es ist noch hell, doch kühlt es
ohne ihre wärmenden Strahlen merklich ab. Es war ein fauler Tag,
beide haben wir das Haus nur bis zur Terrasse verlassen. Jetzt, um 17
Uhr, treibt uns die schwindende Sonne hinein. Bald schon werden wir
wieder den Ofen anmachen müssen, denn auch das Haus verliert
schnell seine Wärme.
Ich lese in einer Buchbesprechung der
F.A.Z. zu dem dritten Band der Tagebücher von Einar
Schleef:
„Von Tag zu Tag wird mir klarer, dass ich schreiben
muss, kann ich mich richtig auskotzen und alles machen, was ich nicht
machen darf.“
Ein Autor, der immer wieder den Kampf mit sich
selbst aufnehmen musste, der an seinem Selbsthass zu knabbert hatte:
„Ich kann ohne die Mauer nicht leben. Ich bin die Mauer. Gegen
wen? Gegen mich selbst.“
15.10.2007, Montag
Nachdem wir gestern Abend für mich noch eine Bettdecke
gefunden haben (wenn auch keinen passenden Bezug), war die Nacht
wesentlich angenehmer, d.h. ich habe nicht gefroren. Die Temperaturen
gehen hier nachts sehr weit runter, am Morgen waren es gerade mal
6°C.
Ich habe mit der Formulierung einer To-Do-Liste begonnen
(wie in jedem Urlaub), muss aber aufpassen, dass ich die Latte nicht
zu hoch hänge, denn: „Lehre mich die Kunst der kleinen
Schritte“ (Antoine de Saint-Exupery).
Wenn die Sonne gegen halb
fünf hinter dem nahe liegenden Berg verschwindet, wird es
schlagartig kühl draußen & es treibt mich in das
Haus.
Heute haben wir uns etwas Cividale
angeschaut & in einem dortigen Supermarkt unsere Vorräte für
zwei Tage eingekauft. In der Altstadt saßen wir einen
Augenblick in einem Café, aber das Bruschetta, das wir uns zu
dem Getränk bestellt hatten, war einfach nur ölig,
verbrannt & geschmacklos. So kann es halt gehen.
16.10.2007, Dienstag
Die erst Wanderung. Auf der Karte sah sie länger aus, wir
brauchten für ca. 8 km etwas mehr als zwei Stunden:
Mit dem
Auto fuhren wir von Costa in das nächste Dorf „Vernassino di
Sopra“ (= „Gorenj Barnas“). Dort mussten wir in einem Winkel
von ca. 340° in eine kleine Straße abbiegen, die zudem
steil bergab ging, wodurch in aufwändig rangieren musste, um
nicht mit dem Wagen aufzusetzen. Die Straße ging über in
einen Feldweg, der eigentlich für KFZ u.ä. gesperrt ist,
aber wir wollten näher an den Einstieg in unseren Wanderweg ran.
So bugsierte ich meinen Alfa vorsichtig über hohe
Grasmittelstreifen und breite Ablaufrinnen, immer im niedrigsten
Gang, teilweise bei erheblichen Steigungen. Aber er machte alles brav
mit, nur einmal klopfte ein großer Ast von unten an den
Wagenboden.Als
wir den Wanderweg nicht mehr weit wähnten, parkte ich dicht an
einem felsigen Abgrund, wobei mir „guter Freund“ Anweisungen von
außen geben musste. Wir nahmen unsere Ausrüstung (Rucksack
& Wanderstock) und zogen los. Die Abzweigung in den Wanderweg
749a befand sich gleich um die nächste Kurve & davor war
ausreichend Platz für den Wagen. Also holte & stellte ich
ihn dort ab.
Nun ging es aber wirklich los. Der Weg war sehr gut
rot-weiß markiert, wir wurden nie über den weiteren
Verlauf im Unsicheren gelassen. Anfangs ging es konstant bergauf. Wir
begannen laut Karte bei 452 M.ü.N.N. und stiegen auf ca. 680 m
bei einer Strecke von 1.000 m. Von diesem Kamm aus, der zum Gipfel
des „S. Canziano“ (= „Sv. Kocjan“) mit 723 m führt. Dann
ging es von kleinen Steigungen unterbrochen auf 658 m zu einer
Weggabelung. Geradeaus hätten wir den Weg 749 bis an die Grenze
nach Slowenien nehmen können. Aber wir gingen lieber
entgegengesetzt auf dem 749 nach „Mezzana“ (= „Mecana“). Ab
der Hälfte dieser Strecke verließen wir den Trampelpfad &
kamen auf einen befestigten Weg, der allerdings auch für Verkehr
gesperrt ist. Mezzana ist nur eine kleine Ansammlung von Häusern,
wo wir Rast machten. In der Sonne auf einer Steinmauer sitzend
tranken wir unser Wasser, aßen Obst & ein paar Kekse.
Nun
konnten wir auf solchen Wegen bleiben, was diese erste Wanderung sehr
angenehm machte. Kurz hinter Mezzana zeugte ein Schild von zwei Toten
aus dem II. Weltkrieg. Darunter stand das Wort „guerra“ was ich
fälschlich als „Widerstandskämpfer“ übersetzte,
aber eigentlich nur „Krieg“ bedeutet. Solch eine Tafel gibt es
auch in unserem Dorf, wobei dort Kriegsgefallene aus beiden
Weltkriegen aufgeführt sind. Die doppelten Ortsbezeichnungen
zeugen noch davon, dass dieses Gebiet scheinbar vormals slowenisch
war. In unserem Haus gibt es ein Buch mit Wandertouren, dass sie
ausgiebig mit den Kriegskämpfen zwischen Italien & Slowenien
1915 – 1917 befasst (Marco Mantini: „De Tolmino a Caporetto Lungo
I Persosi Della Grande Guerra Tra Italia e Slovenia“). Aber das
weiß ich leider nichts drüber. Also ebenfalls später
mal recherchieren.Den
Rest des Weges legten wir gemächlich zurück. An einer gut
geschilderten Kreuzung kehrten wir über den 749a wieder zu dem
Wagen zurück. Insgesamt berührten wir sechs Gebirgszüge:
„Usuie“, „Krase“, „Osa“, „Kras“, „Glabosnjak“ &
„Makota“.
Es war eine schöne & entspannte Wanderung,
um kurz nach zwei waren wir im Haus zurück. Wir machten es uns
auf der Terrasse gemütlich, schoben zwei Oliven-Brötchen in
den Backofen, ich kochte eine Kanne grünen Tee und wir speisten
zufrieden.
Zum Abend hin kamen Kopfschmerzen & der Druck auf
dem linken Auge zurück. So wie gestern, als sie dann bis heute
Morgen blieben, obwohl ich um 3 Uhr nachts eine doppelte Portion
Paracetamol genommen hatte. Fast schon habe ich den Kaminofen im
Verdacht, dass er eventuell der Luft zuviel Sauerstoff entzieht. Doch
selbst bei geöffneter Flurtür & damit ausreichendem
Nachschub, wird es nicht besser.
Ich habe das nächste Buch zu
fassen: „Der fliegende Berg“ von Christoph Ransmayr. Auch wieder
ein wunderbares Sprachmeisterwerk, mit so schönen Sätzen.
Dieser Tage wird oder wurde vielleicht schon der Literaturnobelpreis
vergeben. Bin mal gespannt, ob mir der Name etwas sagt. Bis dahin
muss ich mich aber noch etwas gedulden.
17.10.2007, Mittwoch
Die
Nacht war erneut nicht gut. Der Druck auf dem linken Auge ließ
nicht nach, die Nackenschmerzen machten jede Lage unbequem & dem
Ganzen gesellten sich noch Probleme mit der Galle hinzu, die die
Magensäure Fahrstuhl fahren ließ und zwischen zeitig für
Übelkeit sorgte. Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt
Nebel über den Bergen und dem Tal. Die Sonne kommt mit ihren
wärmenden Strahlen noch nicht durch. Aber dadurch ist es in der
Nacht auch nur auf 8°C abgekühlt, im Haus auf knapp unter
16°C, was sich aber nicht so kühl wie am Abend anfühlt.
Auch
in Udine zeigte sicht die Sonne kaum. Wir brauchten einige Zeit, es
wir das alte Stadtzentrum fanden & verloren uns schnell in den
unübersichtlichen Straßen, Gassen & Passagen. Es war
gerade Mittagszeit & somit die meisten Geschäfte
geschlossen, das wird immer noch in den meisten italienischen Städten
praktiziert. Dadurch, dass es hier eine Universität gibt, sieht
man viele junge Menschen, das gibt der Stadt ein sehr lebendiges
Flair. Ansonsten gibt es nichts nennenswerten zu berichten.
18.10.2007, Donnerstag
Endlich mal wieder ohne Kopf- & Nackenschmerzen gut geschlafen
& so auch aufgewacht.
Es ist kühl im Haus (ca. 15°C)
& ich muss bereits am Morgen den Ofen einschalten. Die Sonne ist
verdeckt von einer dicken Wolkenschicht, somit kommt keine Wärme
von ihr durch. Mit dem Abwasch bin ich fertig, der Tee ist bereits in
der Thermoskanne und „guter Freund“ noch im Bad. Wenn er
rauskommt kann ich die Brötchen in den Backofen geben. Mal
schauen, was wir nach dem Frühstück machen.
Unsere
zweite Wanderung brachte uns als Ausgangspunkt nach „Stuppiza“ (=
„Stupca“). Das letzte Dorf auf italienischer Seite an der SS54,
die nach dem Grenzübergang zur 10-10 wird und nach „Robic“
führt.
Wir stellten am Beginn des gut markierten Wanderweges
den Wagen ab und überquerten den Fluss „Natisane“ (=
„Nediza“). Wir befanden uns auf 198 M.ü.N.N. und der Weg
teilte sich dort. Der rechte war unserer, die Nr. 754 oder „Sent.
Natizonale Prodolino Mt. Mia“, eine Art Naturlehrpfad mit
Schaubildern in das Tal „Valle di Pradolino“. Über
verwitterte Steinstufen ging es konstant bergan bis auf 430 m. Das
was der bisher schwierigste Teil der Strecke. Dort geht rechts ein
Weg steil nach oben, von dort wollten wir als Abschluss unseres
Rundweges über den „Mt. Mia“ später rauskommen.Der
breite Pfad verlief in den Wald hinein. Ich fotografierte einen
Salamander, der plötzlich & unerschrocken vor uns hockte &
ganz gemächlich zu einem Baumstamm krabbelte, „guter Freund“
entdeckte einen Käfer, der gerade eine Schnecke verspeiste. Wir
kamen an einem Geröllfeld vorbei & die Pflanzen und
bemoosten Bäume wurden immer urwüchsiger. Allmählich
wurde der Weg etwas schmaler, mit viel Laub. Es war keinerlei
Zivilisationslärm zu hören, nur noch unsere Schritte, das
Knarren meiner Stiefel, das Klack-Klack der Wanderstöcke &
vereinzelt ein Vogel. Wir näherten und zügig der Grenze
nach Slowenien, dort sollte der Weg laut Karte einen scharfen Knick
nach rechts machen & zum Gipfel hochführen. Vor uns lag ein
Baum quer über dem Weg, dahinter verengten zwei große
Felsen den Pfad zu einem Durchgang, als ich kurz davor ein frisches
und prägnantes Hakenkreuzzeichen direkt auf dem Weg in Laub
gezeichnet entdeckte. Zuerst war mir nicht klar, was ich dort sah,
dann wurde es uns bewusst. Mit einem „was soll den der Scheiß“
zerstörte ich mit dem Wanderstock das Zeichen und ging ein paar
Schritte weiter. Aber ganz wohl war mir nicht mehr, als „guter
Freund“ es in Worte fasste und sagte: „Ich möchte hier nicht
weitergehen.“
Das Symbol schien eine Art Gebietsmarkierung zu
sein. Nicht so aufdringlich wie ein Zeichen in einem Baum oder mit
Farbe auf einen der beiden Felsen gesprüht. Aber doch so
deutlich, als sollte es uns sagen: „Hier beginnt unser Revier &
der Zutritt erfolgt nur auf eigene Gefahr.“
Einen Augenblick
verharrten wir dort. Um uns herum war es so still wie vorher auch.
Doch das Zeichen war zu frisch & wir wollten nicht in ein
Übungscamp von irgendwelchen italienischen oder slowenischen
Nazis kommen.
Also kehrten wir um & gingen den Weg zurück.
Ich ärgerte mich darüber, dass solche Vollidioten uns von
so einer schönen Wanderung abhielten. Vielleicht wäre ich
weiter gegangen, wenn ich allein unterwegs gewesen wäre.
Vielleicht aber auch nicht.
Mir ist schon öfters aufgefallen,
dass die Italiener ihre Nazi-Vergangenheit noch lange nicht so gut
aufgearbeitet haben, wie wir Deutschen. Das zeigte sich u.a. in einer
Buchhandlung in Triest, in der die italienische Ausgabe von „Mein
Kampf“ ausliegt & in dem Schaufenster eines Feinkostgeschäfts
in Udine, in dem Wein mit Hitler- & Mussolini-Etikette samt
dazugehörigen Zitaten („Ein Volk – ein Führer“ etc.)
zum Kauf angeboten wird.Insgesamt
waren wir drei Stunden unterwegs, als wie bei dem Wagen wieder
ankamen. Uns war die Lust an einer weiteren Wanderung vergangen und
fuhren nach Cividale. Dort schlenderten wir durch die Straßen
der Altstadt. Die Geschäfte hatten Mittagszeit & als es zu
regnen anfing, flüchteten wir uns in ein Café.
19.10.2007, Freitag
Die Sonne strahlt von einem fast wolkenlosen Himmel. Dafür
war es jedoch in der Nacht sehr kalt. Das Thermometer zeigt eine
Außentemperatur von 4,5°C & Innen 15°C. Und doch
ist es schon wieder schön in der Sonne auf dem Balkon zu
stehen.
Es ist der letzte Tag hier & das Wetter meint es noch
mal gut mit uns, will den Abschied schwer machen. Ich glaube diese
zwei Wochen Abstand taten gut. Vielleicht waren meine Erwartungen
etwas zu hoch gesteckt, aber ich habe viel gelesen & geschrieben
& ich bin auch mal in mich gegangen, um mir gut zu zusprechen und
Mut zu machen. Mut für den Kampf, den wir jeden Tag auf ein
Neues aufnehmen müssen, bis es uns in Fleisch & Blut
übergegangen ist.
So muss es Zuhause weitergehen, es gibt
noch viel zu tun, eine Liste für ein paar Tätigkeiten wurde
erstellt. Einiges konnte nicht niedergeschrieben werden, weil ich
erstmal schauen muss, was passiert & wie es sich für mich
„anfühlt“. Dafür ist es jetzt noch viel zu früh.
Am
Vormittag sind wir nochmals nach Cividale gefahren. Zuerst in den
Supermarkt, dann in die Altstadt. Dort hatten wir gestern ein
Geschäft mit hübscher Herrenmode gesehen & ich erstand
heute ein Hemd, zwei dünne Pullover & einen braunen Gürtel.
Das muss jetzt auch erstmal reichen.
Abschließend tranken
wir auf auf dem sonnigen Marktplatz einen Café & konnten
die wärmenden Strahlen genießen. Das ist unser Synonym für
„Italienurlaub“.
Zurück im Haus machten wir schnell die
vorgeschriebene Grundreinigung, den restlichen Abend nach dem Essen
verbrachten wir vor der Glotze, amüsierten uns über die
peinliche Werbung, ärgerten uns über einen schlechten Krimi
„Sika“ & fanden den folgenden Krimi „Der letzte Zeuge“
mit Ulrich Mühe recht nett & kurzweilig. Danach ging es ins
Bett.
20.10.2007, Samstag
Um halb sieben klingelte mein Wecker. Unten im Wohnzimmer war es
wieder sehr kalt & ich machte gleich den Ofen an. Ein Blick auf
die kleine Wetterstation bestätigte mich: Außen = 2°C,
Innen = 14°C. Nun müssen die letzten Sachen gepackt &
das letzte Frühstück vorbereitet werden. Gegen neuen Uhr
ist der Verwalter hier wg. Schlüssel- & Kautionsübergabe,
dann Abreise.
Hoffentlich kommen wir wieder annähernd so gut
durch wie bei der Hinfahrt.