23.12.2007, Sonntag

Ich habe Euch noch gar nicht die Geschichte mit der Gastherme in meinem Haus erzählt:

Es begann Anfang September, als wir einen Kälteeinbruch hatten & ich anfing zu heizen. Ein Haus kühlt wesentlich schneller aus, in meiner alten Wohnung wäre das noch nicht nötig gewesen. Wie dem auch sei, im Wohnzimmer & im oberen Bad wurde die Heizung auf Stufe 3 gestellt. Angenehme Wärme breitete sich aus. Abends lag ich im Bett und vernahm von unten ein beständiges Ein/Aus der Gasflamme in der Therme, ca. 2 – 3 mal pro Minute. Das machte mich stutzig & störte in dem ansonsten stillen Haus.
So ging es weiter bis ich meinen Vermieter (und Nachbarn) ansprach. Er horchte mit & rief einen befreundeten Techniker. Zwei Tage später lagen zwei ältere Männer vor der geöffnete Therme, stoppten per Uhr die Ein-/Auszeiten, kamen auf jeweils 15 Sekunden & ich fragte mich, wem von den beiden ich zuerst hoch helfen muss. Sie kamen zu dem Schluss, dass etwas nicht stimmt, hatten aber keine Idee voran es liegen könnte, nur Vermutungen.
Mein Italienurlaub kam, ohne das sich der Techniker noch mal gemeldet hatte & ich vernahm jede Nach das Klick-Ein & Klack-Aus, mittlerweile auch, wenn kein Heizkörper an war. Nach dem Urlaub holte ich über den Ehemann einer Freundin einen anderen Techniker, der sich allerdings auch nicht mit dem Produkt auskannte. Aber immerhin versuchte er etwas, baute ein Ventil aus, prüfte es & baute es wieder ein. Danach war der Druck bei Warmwasser weg. Doch das kriege er wieder hin & äußerte den Verdacht, dass die Steuerelektronik defekt ist. Da geht er aber nicht bei.
Am nächsten Morgen, nach einer Klick-Klack-begleiteten Nacht, trat mein rechter Fuß von der letzten Stufe aus in Nässe: das geprüfte Ventil leckte! Daraufhin rief mein Vermieter den nächsten Techniker. Das notwendige Ersatzteil fehlte, ich musste, wenn ich kein Warmwasser brauchte, den Zufluss absperren. Im zweiten Anlauf wurde das Ventil getauscht & ein Temperaturfühler gewechselt.
Die Dusche am folgenden Tag spendete für zwei Minuten warmes Wasser, danach nur noch Eiseskälte. Und das mir, einem bekennenden Warmduscher. Die Therme ging runter auf 30° C und ließ sich nur durch mehrmaliges Ein-/Ausschalten zum Anspringen überreden. Doch es war Wochenende & ich durfte diese Übung ständig wiederholen.
Mittlerweile war es Anfang November. Die Gastherme schwankte zwischen 25° und 50° C, je nachdem wie oft sie ansprang. Der Techniker kam zum drittenmal & tauschte alle Kabel aus. Die Dusche danach brachte mir den Genuss von 20 Sekunden Warmwasser. Ich bin ein knallharter Bursche, fluche und dusche.
Ein auf das Produkt spezialisierter Techniker kam zu Besuch, wechselte den nächsten Sensor & bestellte prophylaktisch eine neuer Steuerelektronik. Ich durfte mir nach dem Duschen die Eiswürfel aus den Haaren kämen. Die neue Steuerung wurde eingebaut, die Therme dankte es mit einem Aus-/Einintervall von 15 Sekunden. Also wieder die alte Elektronik rein, denn wozu 300.- EUR investieren, wenn der Nutzen gleich Null ist.
Ich bin geübt darin, die Temperatur der Therme im Auge zu behalten & mit einigen Tricks sie auf 50° C zu bringen. Mein Vermieter traf die Entscheidung: eine neue Therme muss her! Da ich eh Anfang Dezember fünf Tage in der Schweiz war, wurde der Umbau vorgenommen.
Wieder zurück erschreckt mich ein Monster von Therme, das ca. 25 Zentimeter von der Wand absteht & dem seitlich Rohre herausquellen vom Kaliber eines Chemiewerkes. Abends kroch eine unangenehme Kälte in meinen Körper & die Therme zeigte 20° C an. Ich ging erstmal – müde von der Reise – ins Bett. Um halb zwei verlangte Paula meine Katze um Ausgang & ich ging mit ihr in ein eisiges Wohnzimmer. Der Heizkörper war so frostig wie meine Stimmung & ich hockte mich vor das neue Monstrum, begann zu nachtschlafender Zeit mit einem RTFM (= read that fucking manual). Ich nahm die Einstellung für die Nachtabschaltung (22:00 bis 6:00) raus, langsam stieg die Gradanzeige. Merkwürdig nur das leichte Knallgeräusch, wenn ich einen Heizkörper ausschalte, aber so heiß konnte ich am folgenden Morgen schon lange nicht mehr duschen.
Als ich am dritten Abend vergaß, den einen Heizkörper abzudrehen & dies am Morgen nachholte, machte sich ein gewaltiger Lärm in den Heizungsrohren breit, der Paula die Flucht ergreifen ließ. Die Rohre kamen so in Schwingung, das ein Schrank prompt den Rhythmus mitmachte. Der nächste Techniker stellte einen verkehrtherum angeschlossenen Zu-/Ablauf bei der Therme fest.
Seitdem ist es kuschelig warm hier, die Nachtabschaltung ist erträglich und die Dusche wunderbar warm. Fortsetzung folgt? Hoffentlich nicht ...